Jacqueline Aßbichler: Richterin, Eiskeller-Prozess, Karriere und aktueller Stand

Wolfgang Bauer
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Jacqueline Aßbichler ist eine deutsche Juristin und Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein. Einer größeren Öffentlichkeit wurde sie vor allem durch den ersten sogenannten Eiskeller-Prozess um den Tod der Studentin Hanna W. bekannt. Ihr berufliches Profil ist jedoch breiter: Neben ihrer langen Laufbahn in der bayerischen Justiz engagiert sie sich kommunalpolitisch in Stephanskirchen und ist an einem Unternehmen beteiligt, das einen mechanischen Schutz gegen den Buchsbaumzünsler entwickelt hat.

Öffentlich bestätigt ist außerdem ihr Geburtsjahr 1968. Ein vollständiges Geburtsdatum lässt sich aus verlässlichen öffentlich zugänglichen Angaben nicht ableiten. Deshalb wäre es unseriös, ihr für das Jahr 2026 ein exaktes Alter zuzuschreiben: Sie ist je nach Geburtstag 57 oder 58 Jahre alt.

Wer ist Jacqueline Aßbichler?

Jacqueline Aßbichler ist eine bayerische Juristin mit jahrzehntelanger Erfahrung als Staatsanwältin und Richterin. Sie studierte Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und absolvierte anschließend ihr Referendariat in München und Traunstein.

Von 1995 bis 1999 arbeitete sie bei der Staatsanwaltschaft München II. Ab 2000 war sie am Amtsgericht Rosenheim tätig. Im Februar 2016 wechselte sie als Vorsitzende Richterin an das Landgericht München I. Seit Februar 2019 arbeitet sie als Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein.

Ihr öffentlich dokumentierter Lebenslauf zeigt damit eine lange Tätigkeit sowohl im Strafrecht als auch später wieder im Zivilrecht.

MerkmalÖffentlich belegter Stand
NameJacqueline Aßbichler
Geburtsjahr1968
BerufVorsitzende Richterin
GerichtLandgericht Traunstein
StudiumRechtswissenschaften an der LMU München
Frühere StationenStaatsanwaltschaft München II, Amtsgericht Rosenheim, Landgericht München I
Aufgabe 2026Vorsitz der 4. Zivilkammer
KommunalpolitikGemeinderätin in Stephanskirchen
Weiteres EngagementJaViAs GmbH, Entwicklung des Schutzkonzepts „buxit“

Welche Stationen prägten ihre juristische Karriere?

Aßbichlers beruflicher Weg begann Mitte der 1990er-Jahre. Nach ihrer Tätigkeit als Staatsanwältin arbeitete sie viele Jahre am Amtsgericht Rosenheim. Dort war sie insbesondere als Strafrichterin bekannt.

Von Februar 2016 bis Januar 2019 war sie Vorsitzende Richterin am Landgericht München I. Seit Februar 2019 gehört sie dem Landgericht Traunstein an. Im Jahr 2020 übernahm sie dort den Vorsitz der Sechsten Strafkammer. Ein damaliges Porträt beschrieb sie bereits als erfahrene Juristin mit langjähriger strafrechtlicher Praxis.

Interessant ist, dass ihre Laufbahn nicht dauerhaft auf Strafsachen beschränkt blieb. Nach dem Geschäftsverteilungsplan des Landgerichts Traunstein für 2026 ist sie inzwischen Vorsitzende der 4. Zivilkammer. Diese bearbeitet unter anderem verschiedene Beschwerdeverfahren in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit.

Warum wurde Jacqueline Aßbichler durch den Eiskeller-Prozess bekannt?

Überregional bekannt wurde Jacqueline Aßbichler als Vorsitzende Richterin im ersten Strafverfahren um den Tod der 23-jährigen Hanna W. aus Aschau im Chiemgau. Der Fall wurde häufig als Eiskeller-Fall oder Eiskeller-Prozess bezeichnet.

Das Landgericht Traunstein verurteilte den damals angeklagten Sebastian T. am 19. März 2024 wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von neun Jahren. Aßbichler führte als Vorsitzende durch dieses erste Verfahren.

Der Fall nahm später eine außergewöhnliche Wendung. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil am 1. April 2025 vollständig auf. Die Revision hatte mit einer Verfahrensrüge Erfolg. Im Mittelpunkt stand ein gegen die Vorsitzende gerichteter Befangenheitsantrag, der im ersten Verfahren nach Ansicht des Bundesgerichtshofs rechtsfehlerhaft zurückgewiesen worden war.

Damit musste der Fall vor einer anderen Jugendkammer neu verhandelt werden.

War Jacqueline Aßbichler laut Bundesgerichtshof „befangen“?

Hier ist eine genaue Formulierung wichtig. Der Bundesgerichtshof befasste sich mit der Besorgnis der Befangenheit und entschied, dass der entsprechende Ablehnungsantrag im ersten Verfahren zu Unrecht zurückgewiesen worden war.

Hintergrund waren Kontakte zwischen der Vorsitzenden und dem Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft außerhalb der Hauptverhandlung. Nach der Entscheidung des BGH waren dabei Fragen des Sachverhalts und seiner rechtlichen Bewertung in einer Weise erörtert worden, die für die Beurteilung der richterlichen Unparteilichkeit relevant war.

Das sollte nicht verkürzt als Feststellung dargestellt werden, Aßbichler sei nachweislich persönlich voreingenommen gewesen. Im Befangenheitsrecht kommt es entscheidend darauf an, ob aus Sicht eines Angeklagten ein berechtigter Grund besteht, an der Unparteilichkeit zu zweifeln. Eine tatsächlich vorhandene persönliche Voreingenommenheit muss dafür nicht bewiesen werden.

Der BGH hob deshalb das Urteil von 2024 auf und verwies das Verfahren an eine andere Jugendkammer des Landgerichts Traunstein zurück.

Die Neuverhandlung endete am 25. November 2025 mit einem Freispruch für Sebastian T. Die neu zuständige Kammer konnte sich nach ihrer Beweisaufnahme nicht davon überzeugen, dass der Angeklagte für den Tod von Hanna W. verantwortlich war. Anfang Dezember 2025 wurde der Freispruch rechtskräftig.

Diese beiden Vorgänge müssen getrennt betrachtet werden: Der BGH sprach Sebastian T. nicht frei, sondern hob das erste Urteil wegen eines Verfahrensfehlers auf. Der spätere Freispruch erfolgte erst nach der neuen Hauptverhandlung vor einer anderen Kammer.

Was macht Jacqueline Aßbichler heute am Landgericht Traunstein?

Nach dem Geschäftsverteilungsplan für das Jahr 2026 mit Stand vom 9. Februar 2026 ist Jacqueline Aßbichler Vorsitzende der 4. Zivilkammer des Landgerichts Traunstein.

Damit ist ihre dort dokumentierte aktuelle Aufgabe keine Leitung der Jugendkammer aus dem ersten Eiskeller-Prozess. Die 4. Zivilkammer ist unter anderem für Beschwerden in verschiedenen zivilrechtlichen und freiwilligen Gerichtssachen zuständig.

Dieser Punkt ist für aktuelle Suchanfragen wichtig, weil ältere Artikel Aßbichler verständlicherweise noch überwiegend als Strafrichterin oder Vorsitzende einer Strafkammer beschreiben. Für eine aktuelle Biografie sollte deshalb zwischen ihrer früheren Tätigkeit und ihrer Aufgabe im Jahr 2026 unterschieden werden.

Welche Rolle spielen Stephanskirchen, JaViAs und „buxit“?

Jacqueline Aßbichlers öffentliches Engagement beschränkt sich nicht auf die Justiz. Sie ist auch kommunalpolitisch in Stephanskirchen im Landkreis Rosenheim aktiv.

Bei der Kommunalwahl 2026 wurde sie von der Gemeinde als Richterin, Jahrgang 1968 und bereits amtierende Gemeinderätin aufgeführt. Sie erhielt 2.039 Stimmen. Da die CSU sieben Sitze erreichte und Aßbichler innerhalb ihrer Liste den vierten Platz belegte, wurde sie erneut in den Gemeinderat gewählt.

Daneben ist Aßbichler mit der JaViAs GmbH unternehmerisch aktiv. Gemeinsam mit Vincent Aßbichler entwickelte sie ab 2018 ein mechanisches Schutzkonzept gegen den Buchsbaumzünsler. Das Produkt ist unter dem Namen buxit bekannt.

Die Idee besteht vereinfacht gesagt aus einem Schutznetz mit Spikes, das verhindern soll, dass der Falter auf dem Buchsbaum landet und dort Eier ablegt. Für die technische Lösung bestehen auch dokumentierte Patentrechte; Jacqueline Aßbichler wird in den entsprechenden Patentunterlagen als Erfinderin genannt.

Das Projekt gewann 2023 den ersten Platz beim Rosenheimer Gründerpreis. Beim MEGGLE-Gründerpreis 2024 erreichte die JaViAs GmbH den dritten Platz und erhielt 15.000 Euro Preisgeld. MEGGLE nennt Jacqueline und Vincent Aßbichler ausdrücklich im Zusammenhang mit der Entwicklung des Schutzkonzepts.

Damit besitzt Aßbichlers öffentliches Profil eine ungewöhnliche Kombination aus Justiz, Kommunalpolitik und unternehmerischer Produktentwicklung.

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Was ist über Alter, Familie und Privatleben bekannt?

Über Jacqueline Aßbichlers Privatleben sind vergleichsweise wenige verlässliche Informationen öffentlich dokumentiert. Das ist bei einer Richterin auch nicht ungewöhnlich.

Gesichert ist ihr Geburtsjahr 1968, weil die Gemeinde Stephanskirchen dieses bei der Kommunalwahl 2026 veröffentlicht hat. Ein exaktes öffentlich bestätigtes Geburtsdatum liegt dagegen nicht vor. Sie ist im Jahr 2026 deshalb 57 oder 58 Jahre alt.

Vincent Aßbichler wurde in Berichten über das gemeinsame Buchsbaum-Projekt als ihr Sohn bezeichnet. Zusammen entwickelten beide das spätere JaViAs-Konzept.

Zuverlässige öffentliche Angaben zu einem Ehemann oder aktuellen Partner sind dagegen nicht ausreichend dokumentiert. Es wäre deshalb nicht seriös, aus einzelnen Namensnennungen, Bildern oder anderen indirekten Hinweisen eine Beziehung abzuleiten.

Zu ihren persönlichen Interessen gibt es zumindest eine ältere dokumentierte Angabe: In einem Porträt aus dem Jahr 2020 wurde sie als begeisterte Malerin beschrieben. Ob und in welchem Umfang sie dieses Hobby heute noch ausübt, ist öffentlich nicht aktuell bestätigt.

Häufige Fragen zu Jacqueline Aßbichler

Wer ist Jacqueline Aßbichler?
Jacqueline Aßbichler ist eine deutsche Juristin und Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein. Bekannt wurde sie insbesondere durch den ersten Eiskeller-Prozess.

Wie alt ist Jacqueline Aßbichler?
Sie ist Jahrgang 1968. Da ihr genaues Geburtsdatum nicht zuverlässig öffentlich bestätigt ist, ist sie 2026 je nach Geburtstag 57 oder 58 Jahre alt.

Wo arbeitet Jacqueline Aßbichler heute?
Laut Geschäftsverteilungsplan 2026 arbeitet sie als Vorsitzende Richterin am Landgericht Traunstein und führt die 4. Zivilkammer.

Welche Rolle hatte sie im Eiskeller-Prozess?
Sie war Vorsitzende Richterin der Kammer, die Sebastian T. im März 2024 zunächst verurteilte. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil im April 2025 auf.

Hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass Jacqueline Aßbichler persönlich befangen war?
So sollte die Entscheidung nicht verkürzt werden. Der BGH entschied, dass ein Befangenheitsantrag wegen der Besorgnis der Befangenheit zu Unrecht zurückgewiesen worden war. Für diesen rechtlichen Maßstab muss keine tatsächliche persönliche Voreingenommenheit bewiesen werden.

Ist Jacqueline Aßbichler auch Unternehmerin?
Ja. Sie ist mit der JaViAs GmbH und dem Schutzkonzept „buxit“ öffentlich unternehmerisch aktiv. Die Entwicklung begann gemeinsam mit Vincent Aßbichler.

Ist Jacqueline Aßbichler verheiratet?
Dazu gibt es keine ausreichend belastbare öffentliche Bestätigung. Ohne verlässliche Angaben sollte kein Ehe- oder Beziehungsstatus behauptet werden.

Fazit: Mehr als nur die Richterin aus dem Eiskeller-Prozess

Jacqueline Aßbichler wird in Suchmaschinen häufig mit dem Eiskeller-Prozess verbunden. Diese Zuordnung erklärt ihre überregionale Bekanntheit, zeigt aber nur einen Teil ihrer Laufbahn. Sie arbeitet seit Jahrzehnten in der bayerischen Justiz, war Staatsanwältin und Strafrichterin und ist 2026 Vorsitzende der 4. Zivilkammer am Landgericht Traunstein. Hinzu kommen ihr kommunalpolitisches Engagement in Stephanskirchen und ihre Arbeit rund um JaViAs und das Buchsbaum-Schutzkonzept buxit.

Gerade beim Eiskeller-Verfahren lohnt sich eine präzise Darstellung: Das Urteil der ersten Kammer wurde vom Bundesgerichtshof aus verfahrensrechtlichen Gründen aufgehoben; der spätere rechtskräftige Freispruch erfolgte nach einer eigenständigen neuen Beweisaufnahme vor einer anderen Kammer. Wer künftige Entwicklungen zu Aßbichlers beruflicher Funktion verfolgen möchte, sollte vor allem aktuelle Geschäftsverteilungspläne der Justiz und amtliche Veröffentlichungen prüfen.

Wolfgang Bauer ist ein deutscher Autor bei newztribune.de, wo er mit langjähriger journalistischer Erfahrung über aktuelle Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft berichtet. Sein Schreibstil ist sachlich und fundiert, wodurch er komplexe Zusammenhänge klar und verständlich darstellt. Wolfgang legt großen Wert auf gründliche Recherche und eine ausgewogene Perspektive, um seinen Leserinnen und Lesern verlässliche Nachrichten und tiefgehende Einblicke zu bieten.
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